Bronze-Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften in Potsdam
Die Deutschen Meisterschaften der Junioren fanden am Wochenende wieder in der MBS Arena in Potsdam statt. Auf drei Matten ermittelten 359 Junioren, 187 Männer und 172 Frauen, ihre Titelträger 2026. Aus unserem Landesverband nahmen 7 Männer und 14 Frauen an den zwei Wettkampftagen teil.
Dazu war mit Carolin Opitz, eine weitere Berlinerin als Kampfrichterin, auf der Matte.
Im Ergebnis erkämpften die Berliner vier Bronzemedaillen durch Melvin Noack (SC Berlin) bis 73 kg, Lasse Tjark Schindler +100 kg, Mia Marie Beermann (beide Polizei SV) -48 kg und Elina Prüsse (SC Lotos) +78 kg, je einen fünften Platz durch Catalina Yara Saenz (SC Charis 02) -52 kg, siebenten Platz durch Irina Kreidin (PSV Olympia) bis 57 kg und neunten Platz durch Martin Hirschberg (Polizei SV) bis 81 kg.
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Das Berliner Team war eine Mischung aus erfahrenen und jungen Judoka, wobei der Jahrgang 2007 dominierte. Mit Mia Maria Beermann (Polizei SV), aktuelle Deutsche Meisterin in der u18, Marta Klenner (PSV Olympia) bis 70 kg und Dan Jalba (JC Kano) bis 73 kg waren drei Judoka der u18 am Start. Für sie war es wichtig, hier Erfahrungen für ihre weitere sportliche Entwicklung zu sammeln und dass da auch mehr gehen kann, zeigte Mia mit ihrem 3. Platz.
Lasse konnte seinen dritten Platz aus dem vergangenem Jahr eine Klasse höher, im Schwergewicht , wiederholen. Elina steigert sich von Platz 7 in 2025 auf den dritten Platz. Mia vollbrachte das Kunststück, Medaillen in zwei Altersklassen zu erringen. Zum Meistertitel in der u18 erkämpfte sie sich bei den Juniorinnen eine Bronzemedaille.
Insgesamt zeigte sich Mike Göpfert, BSP-Trainer an unserem Bundesstützpunkt mit dem Ergebnis zufrieden. Das Fazit nach dem ersten Tag: „Das Ergebnis entspricht unseren Erwartungen und spiegelt den derzeitigen Leistungsstand unserer Nachwuchskämpfer wider. Melvin erfüllte mit der Bronzemedaille die in ihn gesteckten Erwartungen. Auch wenn er am heutigen Wettkampftag nicht ganz 100 Prozent erreichte, gelang es ihm im Großen und Ganzen eine einheitliche Linie in seinen Kämpfen durchzuhalten. Insbesondere im Kampf um Platz drei bewies er kämpferische Qualtäten. Die Führung seines Gegners glich er nicht nur aus, sondern konnte den Kampf zu seinen Gunsten beenden und sich über eine Bronzemedaille freuen. Hervorheben möchte ich auch die Leistung von Martin Hirschberg, der hier in Potsdam mit einer guten Leistung einen neunten Platz belegen konnte.“
Am zweiten Tag kamen noch einmal drei Bronzemedaillen und ein fünfter Platz dazu. BSP-Trainer Mike Göpfert nach dem zweiten Tag – positiv-optimistisch – „Nachwuchs heißt Entwicklung“:“Mit insgesamt vier Medaillen sind wir über dem Soll, im Vorfeld lag meine Erwartung bei zwei Medaillen. Die zweite erwartete Medaille erkämpfte Lasse im Schwergewicht. Insgesamt war das Niveau in den einzelnen Gewichtsklassen sehr unterschiedlich. So konnten sich dann auch einige Nachwuchsathletinnen in Medaillenbereiche bringen. Hervorheben möchte ich hier Elina Prüsse, Deutsche Meisterin der u18 im vergangenen Jahr. Sie hat mit dem dritten Platz bewiesen, dass sie Potential hat.
Mit den vier Medaillen war es eine erfolgreiche Meisterschaft, auch wenn eis keine Goldmedaille gab. Bei der u21 handelt es sich um Nachwuchs und Nachwuchs heißt Entwicklung. In diesen Bereich zu kommen, das haben einige Berliner Judoka unter Beweis gestellt. Insofern können wir mit dem Ergebnis dieser Deutschen Meisterschaften zufrieden sein.“
Unsere Kampfrichterin Carolin Opitz kann ebenfalls auf ein erfolgreiches Turnier zurückblicken. Das äußerte sich vor allen auch darin, dass sie an beiden Tagen Einsätze als Mattenleiterin in Finalkämpfen hatte. Eine ehemalige Berliner Kampfrichterin Franziska Buder bestand erfolgreich die Prüfung zur A-Lizenz, der höchsten nationalen Kampfrichterlizenz Beiden herzlichen Glückwunsch zu ihren Leistungen.
Aus der Gruppe Nordost, auch Berlin , unterstützten zahlreiche Kampfrichter an den Scoreboards und in anderen Bereichen diese Deutsche Meisterschaften. Herzlichen Dank für den großen Einsatz.
Zum Wettkampfgeschehen
- Wettkampftag – einmal Bronze
Am ersten Wettkampftag der Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen u21 standen in der MBS Arena in Potsdam die mittleren Gewichtsklassen auf der Matte. Gekämpft wurde bei den Männern in den Klassen -73 kg, -81 kg und -90 kg sowie bei den Frauen -57 kg, -63 kg und -70 kg.
Um in der Klasse bis 73 kg, mit 33 Teilnehmern die am stärkste besetzte Klasse, eine Bronzemedaille zu gewinnen musste Melvin Noack nach einem Freilos in der ersten Runde sieben Kämpfe bestreiten. Insgesamt zeigte er sich davon recht unbeeindruckt. Mit Seoi-nage, Sumi-gaeshi, Uchi-Mata und Armhebel kämpfte er sich bis in das Halbfinale vor. Hier traf er auf Josef Ivtchenko aus Nordrhein-Westfalen. Beide kämpften auf Augenhöhe, so dass der Kampf in die Verlängerung ging. Eine Yuko Wertung für einen Uchi-Mata beendete den Kampf zu Gunsten des Nordrheinwestfalen.
Im anschließenden kleinem Finale gegen Dmytro Matuznyi aus Hessen ging es sehr turbulent und mit großen Druck für Melvin los. Nach der Hälfte des Kampfes lag der Berliner mit einer Yuko-Wertung für einen O-Uchi-Gari zurück. Melvin kämpfte sich in den verbleibenden zwei Minuten zurück und glich mit Ko-uchi-gari nach drei Minuten aus. Im anschließenden Golden Score gelang ihm nach reichlich einer Minute ein Waza-ari. Nach einem harten Turnier konnte sich Melvin über eine Bronzemedaille freuen. „Es ist meine erste Medaille bei Deutschen Meisterschaften deshalb bin ich sehr glücklich darüber. Leider wurde es nicht die erhoffte Goldmedaille aber dennoch bin ich mit der Leistung unterm Strich zufrieden.“ Wir wünschen Melvin weiterhin viel Erfolg.
Irina Kreidin startete mit Power in das Turnier. Zweimal Ura-nage im ersten Kampf folgten Sumi-gaeshi und Haltgriff im zweiten. Gegen Sophia Bächele aus Heidelberg, die spätere Siegerin fand Irina kein Mittel und verlor den Kampf mit zwei Yuko-Wertungen.
In der Trostrunde folgte dann ein Sieg gegen Sina Josefin Bauer (Sachsen-Anhalt) mit zwei Yuko, Goshi-Waza, Uchi-mata und Würgegriff. Luna Semound vom JC Leipzig stoppte die Berlinerin auf dem Weg ins kleine Finale. Für Irina war es damit Platz sieben.
Martin Hirschberg absolvierte fünf Kämpfe. Im ersten Kampf konnte er einen Seoi-nage Ansatz seines Gegners übernehmen und mit Ippon gewinnen. Nach der Niederlage gegen Laif Schwarz aus Leverkusen konnte sich Martin in der Trostrunde noch einmal steigern. Mit Siegen gegen Finley Bischoff (PSV Frankfurt Oder) und Yoshiya Lakleike (NRW). Im nächste Kampf beendet Valenti Sommer aus München die aufkeimenden Medaillenhoffnungen. Platz neun war der Lohn.
- Wettkampftag – weitere drei Bronzenen
Am Sonntag mußte man sich auf den drei Matten auf krasse Gewichtsunterschiede in den Kämpfen einstellen. Auf der Matte drei kämpften die Klassen -48 kg, -52 kg und +100 kg und auf Matte 1 die Klassen bis 60 kg, -100 kg und +78 kg. Das war auch für die Kampfrichter eine Aufgabe.
Lasse Tjark Schindler traf im Schwergewicht auf Pascal Szimeiszter aus Halle. Nach eine Yuko-Führung gelangen ihm in der Folge zweimal Ko-soto-gake Techniken, die den vorzeitigen Sieg brachten. Im Viertelfinale gegen Timm Glaser konnte Lasse mit der Hüfte und einem Uchi-mata punkten. Illia Woloshin vom JC Leipzig, Bronzemedaillengewinner aus 2025, wartete im Halbfinale. Ein Yuko für eine Ko-soto-gake Technik stoppte den Weg ins Finale. Im Kampf um die Bronzemedaille war Yaroslav Petrakov (Wiesbaden) sein Gegner. Von Beginn an machte er Druck, so dass sein Gegner für Inaktivität mit zwei Shidos bestraft wurde. Nach reichlich drei Minuten gelang Lasse die entscheidende Wertung und konnte sich so über eine Bronzemedaille freuen.
Mia Marie Beermann, frisch gebackene Deutsche Meisterin in der u18, probierte sich schon mal hier in der u21 aus, wo sie ab nächstes Jahr starten wird. Aus dem Probieren wurde eine Bronzemedaille und damit die zweite Medaille bei Deutschen Meisterschaften 2026.
In ihrem ersten Kampf traf sie auf Emilia Lemm (Hamburg), Dritte der DEM u18 2025 bis 52 kg und spätere Siegerin. Mia wurde zweimal mit Shido bestraft, die Entscheidung fiel aber erst im Golden Score zu Gunsten der Hamburgerin.
In der Trostrunde zeigte Mia ihr Bodenkampfstärke. Einen Sieg mit Würgegriff gegen Emilia Povazhniuk (Ulm) folgten drei Kämpfe, in denen sie mit Haltegriff die Entscheidung herbeigeführt hat. Lisa Howard (Abensberg), Zoé Hamada (Godesberg) konnten Mia nicht auf den Weg in das kleine finale aufhalten. Hier traf sie auf Emily Chiara Plich (Grasdorf) , Dritte der DEM u21 2025 und fünfte der DEM der Frauen 2025. Der Kampf ging über die normale Kampfzeit hinaus. Letztendlich gelang dann Mia wieder ihr gefürchteter Haltegriff. Die Freude über die Bronzemedaille war dann um so größer.
Elina Prüsse, im letzten Jahr siebente hier in Potsdam gewinnt gegen Kimberly Spitzenberger aus Hamburg und Lena Sophie Barnekow (NRW) mit Haltgriff und stand damit im Halbfinale. Ihre Gegnerin hier war Peppa Plöhnert aus Sachsen Anhalt, Dritte bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen 2025. Im Bronzekampf traf sie auf Erin Drzysga aus Witten Annen. Mit zwei Yukos für Soto-Make-Komi in Führung liegend warf sie ihre Gegnerin und gefolgt von einem Haltegriff beendet sie den Kampf und konnt sich über Bronze freuen.
Catalina Yara Saenz traf im ersten Kampf auf Caroline Gentsch aus Sachsen. Mit einem Schulterwurf erzielte sie eine Yuko-Wertung, die sie bis zum Kampfende verteidigen konnte. Der zweite Kampf gegen Yuriko Thyssen (NRW) entschied sie nach nur 25 Sekunden zu ihren Gunsten. Im Viertelfinale gegen Roza Agumava (Rodewisch) ging sie mit einem Seoi-nage mit Waza-ari in Führung. Es wurde noch einmal eng, als ihre Gegnerin ebenfalls eine Waza-ari-Wertung erzielte, die aber zu einem Yuko korrigiert wurde. Im Halbfinale traf sie auf Nina Güth, die Vizemeisterin aus 2025. Dabei geriet Catalina in einen Haltegriff, aus dem es kein Entrinnen mehr gab. Im kleinen Finale war ihre Gegnerin Lena Kukic aus Hamburg . Catalina ging mit Yuko und Waza-ari in Führung. Die Berlinerin geriet in einen Würgegriff der Hamburger Kämpferin, der den Kampf beendete. Knapp an der Medaille vorbei, war das Platz 5 für Catalina.
Die anderen Berliner Kämpfer*Innen konnten sich nicht weiter platzieren. Die Jahrgänge 2007 und 2008 können im nächsten Jahr noch einmal richtig angreifen.
Herzlichen Glückwunsch allen Medaillengewinner*Innen, Platzierten und verantwortlichen Trainer.
Ein paar Wettkampfimpressionen Berliner Judoka:
Jetzt folgen die Internationalen Turniere der u18 und u21, der Internationale Thüringenpokal in Bad Blankenburg und die Bremen Masters am 21./22. März 2026.
Dafür wünschen wir unseren Berliner Kämpfern und Kämpferinnen viel Erfolg.
Wettkampflisten: ergebnisse.judobund.de






























