Sport- u. Leistungszentrum Berlin

Das Sport- und Leistungszentrum Berlin (Werner-Seelenbinder-Schule) ist eine Alternative für junge Judoka: Eine sportbetonte Schule mit Internat.

Informationen für Eltern, Schüler und Trainer

Zum vielfältigen schulischen Bildungsangebot in Berlin zählen seit dem Schuljahr 1991/92 auch Schulen mit sportlichem Schwerpunkt. Für Kinder und Jugendliche aus unserer Stadt -aber auch aus anderen Bundesländern-, die sich durch besonderes sportliches Interesse auszeichnen oder bereits ihr sportliches Talent unter Beweis gestellt haben, besteht die Möglichkeit, Lernen, sportliches Training und gegebenenfalls auch Wohnen optimal miteinander zu verknüpfen.

Das Sport- und Leistungszentrum Berlin (Werner-Seelenbinder-Schule) ist eine allgemeinbildende, ganztägige Schule mit speziellem sportlichem Profil. In der Schule sind alle vergleichbaren Abschlüsse des gegliederten Schulsystems (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) möglich.

Sichtung für  das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin

Konzeption

Ausgangspunkt des Konzepts ist die Einheit von Lernen, Trainieren (und Wohnen), d. h. die organisatorische, räumliche und personelle Verbindung von Schule, sportlichem Training (und Wohnen). Die Schule bietet besondere Voraussetzungen für die Koordination von schulischer Bildung und leistungssportlichem Training. Basis dafür ist eine enge Zusammenarbeit dieser Schule mit dem Landessportbund, dem Olympiastützpunkt, dem Judo-Verband Berlin und seinen Vereinen und anderen Partnern des Sports.

Hierdurch werden sonst oft auftretende Abstimmungsprobleme verringert, zeitraubende Wege entfallen. Dadurch können gleichzeitig eine gute schulische Ausbildung, eine qualifiziertes sportliches Training und genügend privater Freiraum für die Sportler gewährleistet werden. Die Sportler starten selbstverständlich weiter für ihren Heimverein, zu dem die Schule bewußt nicht in Konkurrenz treten, sondern den sie vielmehr unterstützen will.

Damit dient sie der Förderung von sportlichen Talenten. Kinder und Jugendliche erhalten die Möglichkeit intensiv ihren sportlichen Interessen und Neigungen nachzugehen. Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, daß sich jugendliche Leistungssportler in diesem Verbundsystem von Leistungssport und Schule nicht nur sportlich, sondern auch schulisch überdurchschnittlich entwickeln und daß sie vor allem eine positivere Persönlichkeitsentwicklung erfahren als ihre Altersgenossen.

Schule

Erst kürzlich erhielt die Werner-Seelenbinder-Schule vom Deutschen Sportbund (DSB), Nationalen Olympischen Komitee (NOK) und dem Sparkassen- und Giroverband das Prädikat “Eliteschule des Sports” und seit 1997 hat die Schule für die Sportart Judo den Status “Bundestützpunkt der Jugend”.

Die Werner-Seelenbinder-Schule ist eine Gesamtschule mit Grundschulteil und gymnasialer Oberstufe. Als erste Fremdsprache wird Englisch angeboten. Weitere Sprachen sind: Französisch, Russisch, Latein und Spanisch. Für das Abitur benötigt man neben Englisch eine zweite Fremdsprache. Mit ihr kann man in der siebenten, neunten oder elften Klasse beginnen. Das Abitur gilt als erklärtes Hauptziel im Sinne des langfristigen Leistungsaufbaus. Die Lerninhalte entsprechen denen herkömmlicher Gymnasien. Die Abiturzeugnisse werden in allen Bundesländern anerkannt. Je nach Voraussetzung kann der Schüler aber auch alle anderen Schulabschlüsse erwerben. Bei vielversprechenden Talenten kann der LSB über seine Laufbahnberater dabei helfen, einen Ausbildungsplatz bei einem “leistungssportfreundlichen” Arbeitgeber zu finden. Für den Ganztagsbetrieb (Unterricht von 8.00 bis 16.15 Uhr) stehen eine Mensa, eine Cafeteria und ein Freizeitbereich (Bibliothek, Schülerarbeitsräume) zur Verfügung.

Zentraler Bestandteil der Schule ist die Sportklasse, in der die Leistungssportler sportartenweise zusammengefaßt werden. Hierdurch ist während der gesamten Schulzeit die Integration der Trainingszeiten in den normalen Stundenplan gewährleistet. Der Teil des Unterrichts in diesen Sportklassen, der für das Training bestimmt ist, wird von den Landestrainern, dem OSP-Trainer und einem Lehrertrainer bestritten. Dadurch ist eine erstklassige sportliche Ausbildung sowie optimale Abstimmung der Trainingsinhalte mit dem Kadertraining im Landesleistungszentrum (LLZ) / Olympiastützpunkt (OSP) möglich. Für Sportschüler besteht die Möglichkeit zur Aufarbeitung von schulischen Lücken, die durch Wettkämpfe oder Lehrgänge entstanden sind, Schüler-Arbeits-Stunden (SAS) zu besuchen. Bei der Terminierung der Klassen- bzw. Kursarbeiten wird -soweit möglich- auf wichtige Lehrgangs- und Wettkampfmaßnahmen Rücksicht genommen. Das kann z. B. bedeuten, daß auf Montage oder auf Freitage vor derartigen Wettkämpfen keine Klassen-/ Kursarbeitstermine gelegt werden.

Für Sportler des Bundeskader (A bis C) kann der Unterrichtsplan auch durch individuelle Maßnahmen ergänzt werden.

Vor allem wegen des Sports ist der Wochenablauf als Fünftagewoche organisiert, mit dem Vorteil, daß die Wochenenden grundsätzlich für die Wettkämpfe freigehalten sind. Die Schulbefreiung für Turniere oder Trainingslager ist unproblematisch, solange gewisse unterrichtliche Anforderungen vom Sportler erreicht werden.

Wohnen

Auswärtige Sportler und Schüler aus Berlin mit langem Fahrweg haben die Möglichkeit, von Montag bis Freitag zu günstigen Konditionen (ca. 570,- DM [in Abhängigkeit vom Alter und Art der Unterkunft] für Unterkunft und Verpflegung) in dem der Schule angeschlossenen Internat wohnen zu können. Ältere Schüler werden in der Herberge einquartiert. Die Unterbringung erfolgt in Ein- und Zweibettzimmern. Im Einzelfall besteht die Möglichkeit einer Internats- bzw. Sozialförderung für den Sportler, um die finanzielle Belastung zu mildern.

Die pädagogische Betreuung im Internat ist durch ein Team erfahrener Erzieher gegeben, die für die großen und kleinen Sorgen der Schüler immer ein offenes Ohr haben. Sportler aus dem Einzugsbereich der Schule können weiterhin im Elternhaus wohnen und die Einrichtung der Mensa und der Hausaufgabenbetreuung (SAS) nutzen.

Sportmedizinische Betreuung und Physiotherapie

Die Sportschüler werden einmal im Jahr von Ärzten des Landesinstitutes für Sportmedizin gründlich durchgecheckt. Die Untersuchung hat eine präventive Bedeutung. Gleichzeitig dient sie der Leistungsdiagnostik. Bei akuten Problemen kann eine individuelle Behandlung und sofortige Therapie in der angeschlossenen physiotherapeutischen Einrichtung erfolgen. Die Sportschüler haben die Möglichkeit kostenlos die Sauna zu nutzen.

Judotraining

Die inhaltlich-methodische Ausgestaltung des Trainings orientiert sich am Rahmentrainingsplan des DJB und am Leistungssportkonzept Judo des JVB, dem sogenannten Regionalkonzept. Ziel ist eine umfassende, möglichst optimale Ausbildung in Technik, Taktik und Kondition. Dabei wird einer kontinuierlichen Aufbauarbeit Vorrang eingeräumt vor einem schnellen, kurzfristigen Erfolgsstreben. Das Training findet in fünf nach Klassen-/Kursstufen gebildeten Trainingsgruppen statt. Die Größe der Gruppe liegt im Normalfall bei etwa 15-20 Schülern.

Jede Klassenstufe (7.-10.) wird von einem der  Landestrainer sowie einem Lehrertrainer betreut. Wo es möglich ist, werden die Mädchen bzw. Jungen der benachbarten Klassen zu einer Trainingsgruppe zusammengefaßt.

Die gymnasiale Oberstufe trainiert bei dem Olympiastützpunkt-Trainer (Herr Bech). Laut aktuellem Stundenplan stehen den Schülern täglich mindestens 2-4 Stunden Training während der Schulzeit zur Verfügung.

Die Trainingsbedingungen sind auf dem weiträumigen Gelände des Sportforum Berlin ideal.

Landesleistungszentrum (LLZ), Bundesstützpunkt (BSP) und Olympiastützpunkt (OSP) Judo sind im Sportforum vereint. Neben zwei Dojos und zwei Krafträumen für die Sportart Judo stehen auch alle anderen erdenklichen Einrichtungen zur Verfügung (Leichtathletikplatz, -halle, Ballspielhallen, Schwimmbad, Fußballfeld, usw.). Zusätzlich zum Training an der Schule wird von den Landestrainern am Nachmittag das Kadertraining organisiert. Auf diese Weise ist eine durchgängige, systematische Ausbildung der Sportler gewährleistet. Ein bis zweimal pro Woche sollen die Judoka das Vereinstraining besuchen. Durch Absprache der Landes- und Vereinstrainer kann so ein für den Sportler idealer Wochentrainingsplan gefunden werden.

Einmal im Jahr findet eine sogenannte “Projektwoche” statt. Ohne schulische Belastung und möglichst in einer anderen Umgebung erfolgt eine grundlegende Vorbereitung auf die folgenden Turnierabschnitte.

Aufnahme

Für die Aufnahme ist eine Empfehlung vom Landessportbund (LSB) notwendig. Sie erfolgt auf Veranlassung des Landestrainers (Herr Krüger) und orientiert sich an den Eignungskriterien des Judo-Verbandes Berlin e. V.

Zur Eignungsüberprüfung wird für alle Bewerber im November jeden Jahres ein Sichtungslehrgang durchgeführt. Auf dem Sichtungslehrgang werden das technische Profil und die körperlichen Leistungsvoraussetzungen mit Hilfe von sportmotorischen Tests überprüft. Die Tests werden von den Landestrainern ausgewertet; anschließend erfolgt unter Berücksichtigung der erbrachten Wettkampfleistungen (u.a. Sichtungsturnier) die Empfehlung an den LSB. Es wird zur sportlichen Eignung D-Kader-Niveau vorausgesetzt (Plazierung bei der Berliner Einzelmeisterschaft). Schüler, die noch nicht lange im Trainingsprozeß stehen, können durch eine regelmäßigen Teilnahme am Kadertraining des JVB ihr Talent und ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen. Sportlich talentierte Schüler können so auch zu einem späteren als dem regulären Zeitpunkt aufgenommen werden (sogenannte Quereinsteiger). Letzte Bewerbungstermine für Quereinsteiger sind: Ende Dezember für die Aufnahme zum Halbjahr sowie Ende Mai für die Aufnahme zum Schuljahresbeginn.

Anmeldung und Auskunft

Die Anmeldung für den Sichtungslehrgang erfolgt bis Ende Oktober in der Geschäftsstelle des Judo-Verband Berlin e.V.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des Sport- und Leistungszentrum Berlin (Werner-Seelenbinder-Schule) nachzulesen.
http://slzb.be.schule.de/