Samstag, Juli 20, 2024

Sport- u. Leistungszentrum Berlin

Das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin ist eine Alternative für junge Judoka: Eine Eliteschule des Sports.

Informationen für Eltern, Schüler und Trainer

Das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin ist eine allgemeinbildende, ganztägige Schule mit speziellem sportlichem Profil. In der Schule sind alle vergleichbaren Abschlüsse des gegliederten Schulsystems (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) möglich.

Konzeption

Ausgangspunkt des Konzepts ist die Einheit von Lernen, Trainieren (und Wohnen), d. h. die organisatorische, räumliche und personelle Verbindung von Schule, sportlichem Training (und Wohnen). Die Schule bietet besondere Voraussetzungen für die Koordination von schulischer Bildung und leistungssportlichem Training. Basis dafür ist eine enge Zusammenarbeit dieser Schule mit dem Landessportbund, dem Olympiastützpunkt, dem Judo-Verband Berlin und seinen Vereinen und anderen Partnern des Sports.

Hierdurch werden sonst oft auftretende Abstimmungsprobleme verringert, zeitraubende Wege entfallen. Dadurch können gleichzeitig eine gute schulische Ausbildung, eine qualifiziertes sportliches Training und genügend privater Freiraum für die Sportler gewährleistet werden. Die Sportler starten selbstverständlich weiter für ihren Heimverein, zu dem die Schule bewusst nicht in Konkurrenz treten, sondern den sie vielmehr unterstützen will.

Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich jugendliche Leistungssportler in diesem Verbundsystem von Leistungssport und Schule nicht nur sportlich, sondern auch schulisch überdurchschnittlich entwickeln und das sie vor allem eine positivere Persönlichkeitsentwicklung erfahren als ihre Altersgenossen.

Schule

Das SLZB ist eine zentral geführte Sekundarschule mit Grundschulteil und gymnasialer Oberstufe. Als erste Fremdsprache wird Englisch angeboten. Weitere Sprachen sind: Französisch, Russisch, Latein und Spanisch. Für das Abitur benötigt man neben Englisch eine zweite Fremdsprache. Mit ihr kann man in der siebenten, neunten oder elften Klasse beginnen. Das Abitur gilt als erklärtes Hauptziel im Sinne des langfristigen Leistungsaufbaus. Die Lerninhalte entsprechen denen herkömmlicher Gymnasien. Je nach Voraussetzung kann der Schüler aber auch alle anderen Schulabschlüsse erwerben. Bei vielversprechenden Talenten kann der OSP über seine Laufbahnberater dabei helfen, einen Ausbildungsplatz bei einem “leistungssportfreundlichen” Arbeitgeber zu finden. Für den Ganztagsbetrieb (Unterricht von 8.00 bis 16.15 Uhr) stehen eine Mensa, eine Cafeteria und ein Freizeitbereich (Bibliothek, Schülerarbeitsräume) zur Verfügung.

Zentraler Bestandteil der Schule ist die Sportklasse, in der die Leistungssportler*innen sportartenweise zusammengefasst werden. Hierdurch ist während der gesamten Schulzeit die Integration der Trainingszeiten in den normalen Stundenplan gewährleistet. Der Teil des Unterrichts in diesen Sportklassen, der für das Training bestimmt ist, wird von den Landestrainern, dem OSP-Trainer und dem Lehrertrainer bestritten. Dadurch ist eine erstklassige sportliche Ausbildung sowie optimale Abstimmung der Trainingsinhalte mit dem Kadertraining im Landesstützpunkt (LSP) / Bundesstützpunkt (BSP) möglich. Bei der Terminierung der Klassen- bzw. Kursarbeiten wird -soweit möglich- auf wichtige Lehrgangs- und Wettkampfmaßnahmen Rücksicht genommen. Das kann z. B. bedeuten, dass auf Montage oder auf Freitage vor derartigen Wettkämpfen keine Klassen-/ Kursarbeitstermine gelegt werden.

Für Bundeskaderathleten (OK, PK, EK, NK1 und NK2) kann der Unterrichtsplan auch durch individuelle Maßnahmen ergänzt werden.

Vor allem wegen des Sports ist der Wochenablauf als Fünftagewoche organisiert, mit dem Vorteil, dass die Wochenenden grundsätzlich für die Wettkämpfe freigehalten sind. Die Schulbefreiung für Turniere oder Trainingslager ist unproblematisch, solange gewisse unterrichtliche Anforderungen vom Sportler erreicht werden.

Wohnen

Auswärtige Sportler und Schüler aus Berlin mit langem Fahrweg haben die Möglichkeit, von Montag bis Freitag zu günstigen Konditionen in dem der Schule angeschlossenen Internat/ Haus der Athleten wohnen zu können. Ältere Schüler werden in der Herberge einquartiert. Die Unterbringung erfolgt in Ein- und Zweibettzimmern. Im Einzelfall besteht die Möglichkeit einer Internats- bzw. Sozialförderung für den Sportler, um die finanzielle Belastung zu mildern.

Die pädagogische Betreuung im Internat ist durch ein Team erfahrener Erzieher gegeben, die für die großen und kleinen Sorgen der Schüler immer ein offenes Ohr haben.

Sportmedizinische Betreuung und Physiotherapie

Die Sportschüler werden einmal im Jahr von Ärzten vom Sport-Gesundheitspark: Zentrum für Sportmedizin gründlich durchgecheckt. Die Untersuchung hat eine präventive Bedeutung. Gleichzeitig dient sie der Leistungsdiagnostik. Bei akuten Problemen kann eine individuelle Facharzt-Behandlung und sofortige Therapie in einer physiotherapeutischen Einrichtung erfolgen.

Judotraining

Die inhaltlich-methodische Ausgestaltung des Trainings orientiert sich am Rahmentrainingsplan des DJB und am Leistungssportkonzept Judo des JVB, der sogenannten Zielvereinbarung. Ziel ist eine umfassende, möglichst optimale Ausbildung in Technik, Taktik und Kondition. Dabei wird einer kontinuierlichen Aufbauarbeit Vorrang eingeräumt vor einem schnellen, kurzfristigen Erfolgsstreben. Das Training findet nach Klassen-/Kursstufen gebildeten Trainingsgruppen statt. Die Größe der Gruppe liegt im Normalfall bei etwa 15-20 Schüler*innen.

Zwei Klassenstufen (7.-10.) werden zusammengefasst und es wird nach Geschlecht getrennt in Trainingsgruppen trainiert.

Die Trainingsbedingungen sind auf dem weiträumigen Gelände des Sportforum Berlin ideal.

Landesstützpunkt (LSP), Bundesstützpunkt (BSP) und Olympiastützpunkt (OSP) sind im Sportforum vereint. Neben zwei Dojos und zwei Krafträumen für die Sportart Judo stehen auch alle anderen erdenklichen Einrichtungen zur Verfügung (Leichtathletikplatz, -halle, Ballspielhallen, Schwimmbad, Fußballfeld, usw.). Zusätzlich zum Training an der Schule wird von den Landestrainern am Nachmittag das Kadertraining organisiert. Auf diese Weise ist eine durchgängige, systematische Ausbildung der Sportler gewährleistet. Einmal pro Woche sollen die Judoka das Vereinstraining besuchen. Durch Absprache der am Stützpunkt tätigen Trainer mit den Vereinstrainern, kann so ein für den Sportler idealer Wochentrainingsplan gefunden werden.

Aufnahme

Für die Aufnahme ist eine Empfehlung vom Landessportbund (LSB) notwendig. Sie erfolgt auf Veranlassung des Landestrainers und orientiert sich an den Eignungskriterien des Judo-Verbandes Berlin e. V.

Zur Eignungsüberprüfung wird für alle Bewerber im November jeden Jahres ein Sichtungslehrgang durchgeführt. Auf dem Sichtungslehrgang werden das technische Profil und die körperlichen Leistungsvoraussetzungen mit Hilfe von sportmotorischen Tests überprüft. Die Tests werden von den Landestrainern ausgewertet; anschließend erfolgt unter Berücksichtigung der erbrachten Wettkampfleistungen (u.a. Sichtungsturnier) die Empfehlung an den LSB. Es wird zur sportlichen Eignung Landeskader-Niveau vorausgesetzt. Schüler, die noch nicht lange im Trainingsprozess stehen, können durch eine regelmäßige Teilnahme am Kadertraining des JVB ihr Talent und ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen. Sportlich talentierte Schüler können so auch zu einem späteren als dem regulären Zeitpunkt aufgenommen werden (sogenannte Quereinsteiger). Letzter Bewerbungstermin ist der 15. Mai für die Aufnahme zum Schuljahresbeginn.

Anmeldung und Auskunft

Die Anmeldung für den Sichtungslehrgang erfolgt bis Ende Oktober in der Geschäftsstelle des Judo-Verband Berlin e.V.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des Sport- und Leistungszentrum Berlin nachzulesen.

https://www.slzb.de/