Berlin „Millennium Team“ Cadet European Cup 2026: Zwei Wettkampftage auf höchstem Niveau
Hochklassiges Judo, starke Nachwuchstalente und bedeutende Begegnungen: Der Berlin „Millennium Team“ Cadet European Cup 2026 am 25. und 26. April 2026 im Sportforum Berlin war ein starkes Wettkampfwochenende. 737 Judoka aus 35 Nationen und zwei Kontinenten zeigten zwei Tage lang beeindruckende Leistungen auf höchstem Niveau.
Im Medaillenspiegel setzte sich Usbekistan mit vier Gold-, zwei Silber- und fünf Bronzemedaillen an die Spitze, gefolgt von Frankreich und Aserbaidschan. Deutschland belegte mit einer Gold-, einer Silber- und einer Bronzemedaille den fünften Rang.
Unsere 18 Berliner Judoka aus neun Vereinen konnten weitere Wettkampferfahrung sammeln. Mia Marie Beermann setzte ihren Trend fort und erreichte auch beim Heim-Europcaup den Finalblock, wie bereits bei jedem ihrer Starts im Jahr 2026.
Ein herzliches Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer, Trainerinnen und Trainer sowie Unterstützerinnen und Unterstützer, die dieses Turnier möglich gemacht haben!
Zwei lange Tage Judo
An beiden Tagen startete die Vorrunde um 9 Uhr. Das Wettkampfgeschehen zog sich bis in den frühen Abend. Besonders der Samstag hatte es in sich mit einem vollgepackten Judo-Tag. Auf fünf Matten wurde hochklassiges Judo geboten, die Stimmung in der großen Sporthalle blieb dabei durchgehend ausgezeichnet. Spannende Duelle zwischen erfahrenen Nachwuchsathleten und Newcomern inklusive.
Internationale Klasse
Viele Toptalente waren in diesem Jahr am Start. Yagmur Yilmazturk (TUR, -44 kg) und Melichar Skoda (CZE, +90 kg) gewannen ihr drittes Europacup-Turnier des Jahres in Berlin. Für Tajus Babaicenko war es sogar der vierte: Der 17-jährige Litauer verteidigte seinen Berliner Titel aus 2025 souverän. Im vergangenen Jahr holte er in der Klasse bis 81 kg Bronze bei der U18-EM und der WM und siegte bei den Europäischen Jugendspielen. 2026 ist er in guter Form: Siege in Rom, Samorin und beim U21-Europacup in Poznan. Und nun Berlin. Hier dominierte er jeden Kampf. Das Finale entschied er in nur 28 Sekunden. Nach diesem Jahresauftakt stellt sich die Frage: Wer kann Babaicenko in diesem Jahr noch stoppen?
Deutsche Medaillen
Nach Silber in Teplice legte Dmytro Matuznyi (JC Petersberg) nach: In der Klasse bis 73 kg holte er Gold und feierte damit seinen ersten Europacup-Sieg. In der Klasse bis 57 kg standen gleich zwei „Newcomerinnen“ auf dem Podium: Katharina Narrain (KSV Esslingen) gewann Silber, Charlotte Kronenthal (TSV Bayer 04 Leverkusen) Bronze. Dazu kamen vier fünfte und fünf siebte Plätze. Insgesamt war es eine solide Ausbeute. Weitere starke deutsche U18-Judoka wie EYOF-Medaillengewinnerinnen Jolina Reinhold oder Hannah Glauner mussten auf Grund von Verletzungen passen.
Berliner Nachwuchs: Gute Leistungen, keine Medaille
Mia Marie Beermann (Polizei-Sport-Verein Berlin) hatte zuletzt in Teplice Bronze geholt, in Berlin reichte es zu Platz 5 in der Klasse bis 48 Kilo. Vier ihrer sechs Kämpfe gewann sie. Bemerkenswert: Bei jedem Turnier, an dem die Deutsche U18-Meisterin 2026 bisher teilnahm, gewann sie eine Medaille, hier in Berlin kam sie auch in den Finalblock. Auch wenn Mia diesmal die Medaille verwehrt blieb, gab es dennoch Grund zur Freude: Nach dem Wettkampf wurde sie für die U18-Europameisterschaften auf Gran Canaria nominiert.
In der Gesamtbilanz entschieden die Berliner Judoka 14 ihrer 35 Kämpfe für sich. Neun Athletinnen und Athleten kamen über den Auftaktkampf hinaus. Mariano Stolakis (-50 kg, Polizei-Sport-Verein Berlin) und Antonia Latkowski (-70 kg, Sportfreunde Kladow) erkämpften jeweils zwei Siege. JVB-Vizepräsident Leistungssport Torsten Perner fasste es so zusammen: „Trotz guter Leistungen konnten wir nach dem starken Abschneiden in Teplice diesmal leider keine Medaille erkämpfen.“ Der positive Trend in der Berliner U18 war auch hier wieder erkennbar. Das Potenzial ist vorhanden. Ebenso gab es einen Wermutstropfen für Torsten Perner und das Berliner Team: „Jerome, unser Sieger von Teplice, konnte verletzungsbedingt nicht antreten.“
Der Blick geht bereits nach vorne: Als nächste Station steht der Cadet European Cup in Bielsko-Biała auf dem Programm. „Dort wird es darum gehen, die erforderlichen Platzierungen für die EM-Nominierung zu sichern“, erklärt der Vizepräsident. Einige Berliner Judoka sind noch im Rennen. Es wird die nächste Bewährungsprobe für die Berliner Mannschaft sein.
Gäste aus Asien
Der diesjährige Cadet European Cup in Berlin zog nicht nur sportlich hochkarätige Talente an, sondern auch bedeutende diplomatische Persönlichkeiten. Am Samstag waren Omurbek Tekebaev, Botschafter der Kirgisischen Republik, sowie Dilshod Akhatov, Botschafter der Republik Usbekistan, vor Ort. Dilshod Akhatov konnte dabei zwei Siege der usbekischen Judo-Talente hautnah miterleben und dem 60-Kilo-Sieger Abubakr Sattorov persönlich die Goldmedaille übreichen. Ebenfalls anwesend waren die beiden Vizepräsidenten des usbekischen Judoverbandes Zafar Kakhramonov und Bakhtiyor Yuldashev.
Am Sonntag folgte ein weiteres Highlight: Bei einem Treffen mit dem Präsidenten der kirgisischen Region Osch, Ilinbek Attokurov, unterzeichnete JVB-Präsident Thomas Jüttner ein Memorandum zur Zusammenarbeit beider Parteien. Das Ziel ist, die Verbindung zwischen den Völkern Kirgisistans und Deutschlands nachhaltig zu stärken.
Ein starkes Team hinter den Kulissen
Die Veranstaltung war einmal mehr in guten Händen: Thomas Jüttner und Valesca Stix übernahmen die Veranstaltungsleitung. Von der EJU waren Sportdirektor Alessandro Comi (ITA) und Sports Commissioner Larisa Ceric (BIH) im Einsatz. Stefan Fischer verantwortete das Turniermanagement und sorgte für einen reibungslosen Ablauf. Das Kampfrichterwesen lag in den Händen von Head Referee Commissioner Cathy Mouette (FRA) und Referee Commissioner Vladimir Vostrokov (RUS). Als weitere Beobachterinnen fungierten Katharina Marzok und Melanie Percheron (FRA).
Auch abseits dieser Funktionen wurde hervorragende Arbeit geleistet. Viele engagierte Helferinnen und Helfer trugen dazu bei, dass die Veranstaltung reibungslos verlief. Sie sorgten dafür, dass alle Teilnehmenden, Offiziellen und Gäste optimale Bedingungen vorfanden.
Ein großes Dankeschön an die Berliner Judofamilie
Ein herzliches Dankeschön geht an alle Engagierten. An alle, die sichtbar in der Halle waren und aan alle, die unsichtbar hinter den Kulissen gearbeitet haben. Unser Dank gilt auch der Verwaltung und den Mitarbeitenden des Sportforums Berlin. Ohne euch wäre dieses Turnier und das Trainingscamp nicht möglich gewesen.
Wir gratulieren allen Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinnern herzlich. Schön, dass so viele Judoka, Trainerinnen, Trainer und Offizielle nach Berlin gekommen sind. Viele sind sogar für das Trainingscamp geblieben – danke dafür.
Das nächste große Event steht bereits fest: Am 20. und 21. Juni 2026 findet im Sportforum Berlin der Berlin European Junior Cup statt. Der U21-Europacup wartet!
Für uns ist es kein Abschied: Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen Ende Juni!
Text: Iljana Marzok/ Falk Scherf
