Berliner European Junior Cup vom 20.–21. Juni 2026
Mit 459 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 38 Nationen gehörte der Berliner European Junior Cup auch in diesem Jahr zu den bedeutendsten Nachwuchsturnieren im europäischen Judo-Kalender. Zwei Tage lang boten die Wettkämpfe in der Hauptstadt hochklassigen Judosport und zahlreiche spannende Begegnungen auf fünf Matten.
Französisches Team gewann elf Medaillen
Die erfolgreichste Nation war Frankreich mit insgesamt elf Medaillen. Das französische Team gewann vier Gold-, zwei Silber- und fünf Bronzemedaillen und setzte sich damit vor Georgien und der Ukraine an die Spitze der Nationenwertung.
Die deutschen Judoka erkämpften zwei Goldmedaillen sowie jeweils eine Silber- und Bronzemedaille. Hinzu kamen sieben fünfte und zwei siebte Plätze. Zu den leistungsstärksten Athleten des deutschen Teams gehörten die Berliner Hannes Brückner (JC 03 Berlin) bis 81 kg und Irina Kreidin (PSV Olympia Berlin) bis 57 kg. Während Hannes nach einem starken Turnier mit Platz fünf nur knapp eine Medaille verpasste, belegte Irina Kreidin einen beachtlichen siebenten Platz.
Das Event begann mit der Auslosung unter Leitung der EJU-Sportkommissarin Einat Yaron. Die Kampfrichter standen unter der Führung des EJU Referee Commissioners Nuno Carvalho und Metin Özkan. Unterstützt wurde er von Dr. Katalin Fridrich, Olivier Desroses und Vitaliy Sulima. Die deutschen Kampfrichter wurden durch Stephan Bode (Bundeskampfrichterkommission in Vertretung für Bundeskampfrichterreferent André Lippeck) unterstützt.
Bei der offiziellen Eröffnung wurden die Delegationen aus 38 Nationen begrüßt. Thomas Jüttner, Vizepräsident des Deutschen Judo-Bundes und Präsident des Judo-Verbandes Berlin, sowie Sportkommissar Dr. Albert Gmeiner überbrachten die Grüße des DJB-Präsidenten Thomas Schynol und des EJU-Präsidenten László Tóth an die Athletinnen und Athleten.
Weitere prominente Gäste konnten in der Halle begrüßt werden. So war Laura Vargas Koch , Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro, bei der Siegerehrung am ersten Wettkampftag beteiligt. Am zweiten Wettkampftag war mit Martin Schmidt, Mister Bundesliga, Detlef Ultsch , zweifacher Weltmeister und Oberstaatsanwältin Ines Karl bei der Siegerehrung besondere Gäste.
Laura Vargas Koch |
Martin Schmidt |
Oberstaatsanwältin Ines Karl |
Detlef Ultsch |
Die Wettkämpfe boten zahlreiche spannende Duelle bei den Männern und Frauen. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie eng Erfolg und Enttäuschung im Leistungssport beieinanderliegen. Oft entschieden kleinste Nuancen über Sieg oder Niederlage. Besonders schmerzlich ist es, wenn nach dem Einzug ins Halbfinale der Kampf um Bronze verloren geht. Genau dieses Schicksal traf den Berliner Hannes Brückner, der trotz einer überzeugenden Leistung mit Rang fünf knapp an einer Medaille vorbeischrammte.
Für die Berliner Athletinnen und Athleten waren Hannes Brückner und Irina Kreidin die Lichtblicke des Turniers. Beide zeigten starke Leistungen und unterstrichen ihr Potenzial auf internationaler Ebene. Insbesondere Hannes Brückner bewies, dass er mit der europäischen Spitze mithalten kann.
Für die weiteren Berliner Starterinnen und Starter verlief das Turnier weniger erfolgreich. Colin Kammradt (PSV Olympia Berlin) bis 57 kg, Hanna Plathe (JV Pankow) bis 63 kg, Elina Prüsse (SC Lotos Berlin) über 78 kg, Malik Tscherheiko (SV Berlin 2000) bis 73 kg sowie Martin Hirschberg bis 81kg und Lasse Schindler (beide Polizei SV) über 100 kg schieden nach ein bis drei Kämpfen aus dem Wettbewerb aus.
Für Melvin Noack (SC Berlin) stellte der European Cup eine besondere Herausforderung dar, da er erstmals in der höheren Gewichtsklasse bis 81 kg antrat. Verletzungsbedingt konnten Tabea Mecklenburg (Polizei SV), Catalina Saenz (SC Charis 02 Berlin) und Mathis Briand (Kaizen Berlin) nicht am Turnier teilnehmen.
Neben den sportlichen Leistungen verlangten die hochsommerlichen Temperaturen allen Beteiligten einiges ab. Die große Nachfrage nach Mineralwasser zeigte, wie belastend die sengende Hitze für Athletinnen, Athleten und Helfer war.

Das Organisationsteam um Valesca Stix und Niclas Junge sorgte gemeinsam mit zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern für optimale Bedingungen. Ob bei der Waage, der Kleiderkontrolle, der Versorgung der Delegationen, den Transfers, der Sicherheit oder der medizinischen Betreuung – die vielfältigen Aufgabenbereiche forderten vollen Einsatz. Auch die Kampfrichterinnen und Kampfrichter aus Berlin und Brandenburg leisteten an den Waagen, bei den Kleiderkontrollen, an den Scoreboards sowie an den CARE-Systemen wertvolle Arbeit und trugen maßgeblich zum reibungslosen Ablauf der Veranstaltung bei.
Allen Helferinnen und Helfern, Kampfrichtern, Organisatoren und Unterstützern gebührt dafür ein herzliches Dankeschön. Ohne ihr Engagement wäre eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht möglich.
Hannes und Irina im Detail
Von den neun gestarteten Berliner Judoka kamen mit Hannes Brückner und Irina Kreidin zwei in Medaillennähe.
Hannes traf in seiner ersten Begegnung auf Saba Samsiani aus Georgien. Schon die erste Begegnung war sehr intensiv. Da nach vier Minuten Kampfzeit keine Wertung auf dem Score Board war, ging es in die Verlängerung. Nach zwei Minuten im Golden Score brachte ein O-Uchi-Gari den siegbringenden Yuko. Im zweiten Kampf reichte die Anwesenheit auf der Matte – kampflos ging es eine Runde weiter. Im dritten Kampf gegen Stevan Sadika (MNE) konnte keiner der Athleten punkten. Am Ende entschieden die Shido-Bestrafungen über das Weiterkommen. Der Berliner hatte hier das bessere Ende, nach dem 3. Shido war das Viertelfinale erreicht. Hier traf er auf Fabio Raes aus Frankreich. Ein Sumi-Gaeshi brachte eine Yuko-Führung. Der Berliner lies in seine Bemühungen nicht nach und zog somit in das Halbfinale ein. Mit Sabe Jakhveladze wartete ein zweiter Georgier auf ihn. Hannes konnte den Angriffen des georgischen Sportlers widerstehen, konnte aber seinerseits kaum zwingend aktiv werden. Im Ergebnis bekam er drei Shidos gegen den späteren Turniersieger.
Damit gab es immer noch eine Medaillenchance. Im Kampf um Bronze wartete Shahaf Levin aus Israel. Dieser nutzt einen kleinen Moment für einen Soto-Maki-Komi, der von den Kampfrichtern mit Ippon bewertet wurde. Damit verpasst Hannes die Bronzemedaille ganz knapp.
Für Irina Kreidin begann das Turnier mit einem Freilos. In der zweiten Runde traf sie auf Noemi Ruchti aus der Schweiz. Mit einem Würgegriff beendete die Berlinerin den Kampf zu ihren Gunsten und stand damit im Poolfinale. Ihre Gegnerin hier war Varvara Kuchar aus Litauen, die Vierte in der Weltrangliste der IJF. Diese war an dem Tag zu stark und stoppte Irina den Weg in das Halbfinale. In der anschließenden Trostrunde traf sie auf Marissa Eckardt (Hessen). Beide Kämpferinnen lieferten sich eine intensive Auseinandersetzung, in der die Berlinerin mehr Druck machen konnte. Letztendlich gewann sie nach dem 3. Shido den Kampf und stand im Trostrundenfinale. Mit Marika Mos aus Polen traf sie hier auf die Siegerin des EC in Kaunas. Die Poplin beendete die Begegnung mit einem Soto-Maki-Komi zu ihren Gunsten. Irina belegte damit einen siebenten Platz und war damit die beste Deutsche in der Klasse.
Herzlichen Glückwunsch unseren Platzierten und dem verantwortlichen Trainerteam. Frank Borkowski, Mike Göpfert und Kevin Kissk betreuten unsere Kämpferinnen und Kämpfer mit viel Engagement aus den Coachingboxen.
Wettkampfergebnisse / Listen / Informationen







































