Grußwort des Präsidenten zum Jahresende

Liebe Berliner Judogemeinschaft,

es ist wieder Zeit, das Jahr Revue passieren zu lassen. Ich habe das Gefühl, die letzten Monate sind wie im Flug vergangen. Vermutlich lag es daran, dass wir wieder im normalen Wettkampfbetrieb unterwegs waren und zusätzlich noch die Turniere aus dem ersten Quartal nachgeholt haben. So war vor allem der Herbst sehr gut ausgefüllt.

Die zahlreichen Turniere haben unsere Berliner Judoka auch wieder für einige Wettkampferfolge nutzen können. So hat sich die Mannschaft des Schul- und Leistungssportzentrum Berlin im Mixed-Team Wettbewerb beim Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ den 1. Platz gesichert. In der Jungen-Wertung erkämpfte sich das Team den 2. Platz und die Mädchen belegten Platz 5. Deutscher Meister in der U18 wurde dieses Jahr Elija Märkt. Katrin Krause holte sich Bronze. Beide starteten ebenfalls bei der DEM U21 und erkämpften sich dort eine Bronze-Medaille. Ebenfalls einen 3. Platz bei dieser Meisterschaft erzielten Viktoria Folger, Janis Baschin, Tim Möller und Charlotte v. Leupoldt. Silber in der U21 gingen an Lorenz Moor und Krystian Liwocha. Anne-Sophie Kempf belegte bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen den 2. Platz.

Zudem wurden Viktoria Folger und Levi Märkt sowohl für die Europa- als auch Weltmeisterschaft der Junioren nominiert. Beide konnten mit dem Mixed-Team eine Bronze-Medaille gewinnen. Elija Märkt vertrat den DJB bei der EM und WM der Cadets. Zur EM begleitete ihn auch Katrin Krause.

Internationale Einsätze gab es auch für unsere Berliner Kampfrichterinnen und Kampfrichter. Karin Schuncke wurde zu den Europameisterschaften der U23 in Sarajevo nominiert. Katharina Marzok wurde bei den Weltmeisterschaften der U18 eingesetzt, für die Europameisterschaften der Männer und Frauen nominiert und war Teil der IJF-World-Tour bei den Grand Slams in Tiflis und Abu Dhabi. Bei der Europameisterschaft der U18 und für das EYOF in Banská Bystrica stand ich nach meiner bestandenen IJF-A-Prüfung im Sommer selbst auf der Matte.

Mit dem Blick zurück auf die heimischen Matten freue ich mich, dass mein Herzensprojekt Bundesliga bereits das zweite Jahr infolge stabil läuft. Das Team, weiblich als auch männlich, hat sich weiter stabilisiert und ist zusammengewachsen. Am Ende der Saison steht ein starker 2. Platz für die Männer und ein 4. Platz der Frauen in der Bundesligatabelle. Ich danke allen Berliner Sportlerinnen und Sportlern, dass sie die Ligateams mit so viel Leben füllen. Einen großen Dank möchte ich auch an die Trainer Dino Pfeiffer, Torsten Perner und Henry Ballaschk sowie an alle Unterstützerinnen und Unterstützer aussprechen.

Ein absolutes Highlight waren für mich außerdem die diesjährigen Nationalen Spiele der Special Olympics Deutschland. Sie fanden im Juni in Berlin statt und ich hatte die Ehre, als JVB-Präsident bei der Eröffnung in der Alten Försterei dabei zu sein. Es war beeindruckend, was vor allem auch unsere ID-Judoka auf die Matte zauberten, und ich freue mich, dass neben 12 Berliner Judokas, auch mehrere Berliner Volunteers, darunter sieben Kampfrichterinnen und Kampfrichter unter der Leitung von Karin Schuncke dabei waren.

Abseits des Wettkampbetriebes verzeichneten wir erfreulicherweise wieder einen deutlichen Anstieg bei den Kyu- und Dan-Prüfungen. Das ist nicht zuletzt der Verdienst der Trainerinnen und Trainer in all unseren JVB-Vereinen. Ich weiß, wie aufreibend die letzten Jahre für uns alle waren. Umso mehr freue ich mich, dass der Judosport sich in vielen Bereichen sehr gut von der Pandemie erholt hat. Die Trainerteams und Vereinsfunktionäre haben es geschafft, die Judokas wieder zurück auf die Matte zu bringen und auch wieder neue Mitglieder für die Vereine und den JVB zu gewinnen. Mein uneingeschränkter Respekt und Dank gelten euch, die ihr täglich für den Erhalt und Wachstum unseres Sports arbeitet.

Damit komme ich vom sportlichen Rückblick zu den Themen, die uns in unserer Präsidiumsarbeit ebenfalls beschäftigen. Während unserer Klausurtagung im August haben wir erneut Schwerpunktthemen für unsere Arbeit festgelegt – dazu zählen u.a. Kinderschutz und Gewaltprävention, unsere Öffentlichkeitsarbeit und der Berliner Bundesstützpunkt.

Die im letzten Jahr gegründete Kinderschutzkommission hat ein fertiges Kinderschutzkonzept auf die Beine gestellt, welches auch vom LSB und externen Fachleuten für gut befunden wurde. Das Konzept regelt, wie wir im JVB mit dem sensiblen Thema Kinderschutz und sexualisierte Gewalt umgehen und stellt die Basis für alle Vereine, Sportlerinnen und Sportler sowie Trainerinnen und Trainer und Funktionäre dar. Nun gilt es, dass jeder einzelne von uns das Konzept in die Tat umsetzt. Ein Meilenstein dafür ist, dass in allen Vereinen des JVB eine oder ein Kinderschutzbeauftragte/r etabliert werden soll. Ich möchte mich für die Arbeit und das Engagement beim gesamten Team der Kinderschutzkommission bedanken und insbesondere bei Antonia Marx, die mit großem Einsatz voran geht. Denn mit dem Konzept ist es nicht getan. Wir sind direkt in die Risikoanalyse für den JVB gestartet, um unseren Status quo kritisch zu beleuchten und Handlungsbedarfe abzuleiten, damit wir unsere Prävention und Schutzmechanismen noch weiter verbessern können. Dieser Prozess entwickelt sich stetig weiter und wird eng von mir begleitet. Kindeswohl und Jugendschutz hat für uns im JVB höchste Priorität.

Getreu dem Motto „Tu Gutes und rede darüber“ hat sich auch das Presse-Team zum Ziel gesetzt, noch effektiver und erfolgsversprechender unseren Judosport in die Öffentlichkeit zu tragen. Iljana Marzok verstärkt das Team um Falk Scherf und beide vertreten die Berliner Themen auch in der Redaktion des bundesweiten Judomagazins. Zusätzlich werden fortlaufende Optimierungen an unserer JVB-Homepage umgesetzt sowie Struktur und Zeitschiene für die Berichterstattung entworfen. Ich bin den meisten vermutlich für meinen Appell für mehr Kommunikation bekannt. Dies gilt auch für unsere PR-Arbeit. Sprecht das Team gerne jederzeit an, wenn ihr Themen oder Anregungen habt. Auch das unterstützt unsere Bestrebungen, noch zielgruppengerechter zu berichten.

Einiges zu berichten gibt es auch aufgrund personeller Veränderungen. In unserer Geschäftsstelle kümmert sich Johannes Schmerling seit Jahresbeginn um den reibungslosen Betrieb. Er hat die Aufgaben des ausgeschiedenen René Duvinage übernommen und seit seinem Start positive Impulse gesetzt. Seit Oktober unterstützt Philipp Lücke ihn im Bereich Fördermittelmanagement.

In der Bundesstützpunktleitung gab es einen Wechsel, da Sandra Klinger zwischenzeitlich die Rolle der Bundestrainerin der weiblichen U18 übernahm. Als Nachfolge konnten wir Uwe Müller gewinnen. Er ist ehemaliger DDR-Nationaltrainer der Frauen und war in den 90iger Jahren bereits im Judo-Verband Berlin aktiv. Im Jahresverlauf konnten wir Sandra Klinger erneut in Berlin begrüßen – und zwar für die seit mehreren Jahren versprochene zweite Lehrertrainerstelle. Parallel hat Andreas Härtig seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten, sodass wir gleich beide Lehrertrainerpositionen neu vergeben haben. Martin Rumpf ist fortan verantwortlich für die weibliche und Sandra Klinger für die männliche Jugend an der Sportschule. Da Martin bisher die Stelle des Lehrreferenten innehatte, freuen wir uns, auch diese Position mit Patrick Stix unmittelbar weiter zu besetzen. Er hatte in seiner bisherigen Rolle als Beauftragter für Gewaltprävention bereits an der Ausbildung für Trainerinnen und Trainer mitgewirkt. Konrad Brühl und Angelique Simon werden seine bisherige Funktion im Bereich Gewaltprävention
fortsetzen.

Nach reichlichen Überlegungen und vorangegangenen Gesprächen haben wir uns auch entschlossen, uns von Christian Kaczmarek als Landestrainer der U15 zu trennen. Pierre Eisfeld, der bereits in der Altersklasse unterstützend tätig war, wurde vom Präsidium als Nachfolger angestellt, damit ein reibungsloser Ablauf im Trainingsbetrieb und Sichtungsprozess erfolgen kann.

Neu in ihren Ämtern sind zudem Renée Lucht und Anne-Sophie Kempf. Sie kümmern sich als Athletenvertreterinnen um die Belange der Kadersportlerinnen. Reneé vertritt die weiblichen Bundeskader und Anne-Sophie die Landeskader. Janosch Hunfeld ist weiterhin Vertreter für die männlichen Athleten.

Zusätzlich vertrete ich uns seit März nicht nur als Landespräsident im DJB, sondern auch als DJB-Vizepräsident für Finanzen. Hier versuche ich den von Daniel Keller eingeschlagenen Weg der Neustrukturierung und Ordnung mitzugestalten, um Thomas Schynol als neuen Präsidenten des DJB zu unterstützen.

Für die neue Legislaturperiode stehen ebenfalls noch Veränderungen an. Wir suchen aktuell bereits Nachfolgerinnen oder Nachfolger für die Stellen des Vizepräsidenten Leistungssport sowie Vizepräsidenten Breitensport. Andreas Härtig und Robert Dumke haben sich entschieden, ihre Ämter nicht fortzusetzen. Beiden danke ich von Herzen für ihre geleistete Arbeit und sie verdienen gebührenden Respekt für ihr Engagement.

Die Summe der personellen Wechsel bringt ohne Frage eine Reihe an Umstrukturierungen mit sich. Davon abgesehen, dass sich alle in ihren neuen Positionen einfinden müssen, bin ich davon überzeugt, dass dadurch auch neue Energie und Impulse in die Arbeit des JVB und des Berliner Bundesstützpunktes einfließen.

Der sehr umfangreiche Rückblick zeigt mir und euch, dass wir vieles bewegt und erreicht haben. Als Basis unseres Handelns und Tuns gibt es unsere Satzung. Nach rund drei Jahrzehnten wurde die Neufassung der Satzung durch unsere Mitgliederversammlung beschlossen. Ein bürokratisches Highlight zu all den anderen Höhepunkten letztes Jahr. Meinen Ausblick für 2023 halte ich etwas kürzer. Ich freue mich sehr, dass wir die European Cups der U18 und U21 zurück nach Berlin bringen. Gemeinsam mit der Europameisterschaft der U23 in Potsdam wird unsere Region mit internationalen Highlights sehr gut vertreten sein.

Unsere aktuell größte Herausforderung für das kommende Jahr sehen wir darin, unsere Finanzen im Gleichgewicht zu halten. Die Abfederung der Preissteigerungen in allen Bereichen, insbesondere die gestiegenen LSB-Beiträge, höhere Nebenkosten sowie auch Reise- und Übernachtungskosten werden einen Balanceakt erfordern. Umso wichtiger ist es, dass wir auch dank unseres Schatzmeisters Donald Schmidt auf eine solide Finanzlage aufsetzen können.

Zum Ende möchte ich wie gewohnt, aber dennoch mit der aller höchsten Wertschätzung meinen Dank an mein Präsidium, alle Referentinnen und Referenten sowie deren Kommissionsmitglieder und Supporter aussprechen. Euer Engagement ist nicht selbstverständlich und oft ist die geleistete Arbeit nicht für die breite Masse sichtbar. Ich weiß, dass ich ohne euren Einsatz nicht in der Lage wäre, zum Jahresende auf so viele Leistungen und Erfolge zurückzublicken. Behaltet euch bitte die Kraft und euren Willen bei, unseren Verband weiter positiv voranzubringen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an alle engagierten Judoka und Unterstützende des Judolebens. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit im kommenden Jahr.

Bis dahin wünsche ich euch aber erst einmal eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit. Nutzt die ruhigeren Tage zum Jahresende für gemeinsame Stunden mit euren Liebsten und tankt Kraft für neue Aufgaben, Projekte und Herausforderungen. Ich freue mich, wenn wir uns gesund und ganz bald wiedersehen.

Euer Präsident
Thomas Jüttner

Kommunikation zum Jahreabschluss 2022