Sonntag, März 22, 2026
News

Judo Kata Seminar 2026 mit Yoshihiko IURA in Berlin

Am 7. und 8. März 2026 fand das seit 2014 jährlich vom Judo-Verband Berlin e.V. ausgerichtete Judo Kata Seminar mit Yoshihiko IURA (8. Dan Kodokan) aus Island statt. Wie auch im vergangenen Jahr gab Iura-sensei eine spannende Einführung und tiefe Einblicke in Nage-no-kata und Katame-no-kata, die beide dabei helfen sollen, sich die grundlegenden Prinzipien der im Randori verwendeten Techniken zu erarbeiten.

Zu den Teilnehmenden gehörten nicht nur Judoka mit einer langjährigen und vielfältigen Erfahrung beim Trainieren von Kata, sondern auch Sportler:innen mit Kata-Erstkontakt, die Iura-sensei gleichermaßen begeistern konnte.

Neben der Erklärung der vollständigen Abläufe beider Kata konnte Iura-sensei auf viele Details eingehen und damit exemplarisch viele Grundlagen und Wirkprinzipien einzelner Formern vermitteln.

In Naga-no-kata wies er beispielsweise bei Seoi-nage darauf hin, dass es sich bei der dortigen Variante um eine Technik aus der Anfangszeit des Judo handelt, bei der Tori mit der Zughand (Hikite) von innen und der Hubhand (Tsurite) von oben an Ukes Arm greift.

Bei Harai-goshi und Yoko-guruma war ihm ein 4er-Rhythmus wichtig, bei dem Tori nach dem dritten Schritt deutlich darauf achtet, Uke nach vorn kommen zu lassen, bis es zu einem labilen Gleichgewicht kommt, bevor im vierten Schritt Ukes Gleichgewicht unter Zuhilfenahme von Toris Bein letztendlich gebrochen wird.

Und bei der Ausarbeitung von Uchi-mata besprach er die Zuordnung dieses Wurfs zu Ashi-waza, obwohl moderne, im Shiai oft erfolgreiche Versionen meist den Koshi-waza zuzuordnen sind.

Aber auch einfache Tipps wie die Verwendung von Tsugi-ashi anstatt der noch häufig gesehenen seitlichen Sprünge bei Okuri-ashi-harai wurden von den Teilnehmenden sehr geschätzt.

Zu Katame-no-kata gab es auch viele interessante Tipps. Beispielsweise war es Iura-sensei wichtig, dass bei Kataha-jime Toris linker Arm nach dem Einschieben unter die rechte Achselhöhle beim Kuzushi durch das Öffnen nach hinten dicht an Ukes Rücken bleibt, um einen besseren Würgeeffekt zu erzielen.

Bei Ude-hishigi-juji-gatame wies er darauf hin, dass dieser Hebel am besten wirkt, wenn Tori die Handfläche von Ukes linken Arm mit der linken Hand nach außen dreht, bevor dieser Arm in Anschluss an den Körper geführt wird.

Als eine seiner Lieblingstechniken (Tokui-waza) nannte Iura-sensei unter anderem Okuri-ashi-harai, weil diese für ihn sehr einfach ist. In gleichen Zug erzählte er, dass auch Würfe wie Yoko-gake im Shiai zum Sieg führen können, was Haruki UEMURA, Präsident des Kodokan, schon mehrfach unter Beweis stellte.

Auf die Frage, was Iura-sensei beim Kata-Training besonders begeistert, erklärte er, dass er die einer Konversation ähnelnden Interaktionen zwischen Uke und Tori sehr spannend findet, die sich zwar in ihrer Geschwindigkeit deutlich beispielsweise zwischen Ju-no-kata und Kodokan Goshin-jutsu unterscheiden, jedoch immer tief und interessant sind.

Herzlicher Dank gebührt Yoshihiko IURA für den tollen Unterricht, dem SG-Fernsehen Berlin e.V. und dem Judo-Verband Berlin e.V. für die Bereitstellung der Trainingsmöglichkeiten und vor allem Astrid Machulik (6. Dan Kodokan) für die kontinuierliche Organisation dieses wertvollen Seminars. (Robert Hirschfeld / Fotos Sven Borowiak)