Donnerstag, Juli 25, 2024
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75 Jahre Judo-Verband Berlin e.V.

 

Die Gründung des Judo-Verband Berlin e.V. jährte in diesem Jahr zum 75. Mal. Dieses Jubiläum hat das Präsidium des JVB zum Anlass genommen, ein Sommerfest zu organisieren. Am 6. Juli waren alle Berliner Judofreunde in die Y’NOT ARTLOFT, Georg-Knorr-Str. 4, Haus 15, eingeladen, um hier gemeinsam das 75-jährige Jubiläum zu feiern.

Der Einladung folgten viele Berliner Judoka, Judofreunde und Gäste aus dem Berliner Umland. Jung und Alt, der Nachwuchs und unsere Veteranen trafen sich hier, um gemeinsam auf 75 Jahre Judo in Berlin zurückzuschauen. Unter den Gästen waren auch Frank Doetsch, Vorstand des DJB und Thomas Schynol, Präsident des DJB.

Abriss 75 Jahre Judo in Berlin

Pünktlich um 14:00 Uhr ergriff Thomas Jüttner, Präsident des JVB, das Mikrofon und damit das Wort zur obligatorischen Festrede. Seinen Wunsch, es kurz zu halten, konnte er nicht ganz erfüllen. Die 75 Jahre Geschichte lassen sich halt nicht in zwei Worten zusammenfassen.

Ganz besonders hob er das Engagement eines jeden Einzelnen und jedes Vereins hervor, die in der Gesamtheit unseren Verband ausmachen.

Ob Kindergarten-, Vorschul-, Schulkind, Azubi, Student, Leistungssportler, Veteranensportler, Eltern, Großeltern oder Freunde des Judosports, alle haben mit ihrem Tun dazu beigetragen, dass der Judo-Verband Berlin e.V. auf solch eine erfolgreiche Geschichte zurückschauen kann.

Berlin ist bisher die erfolgreichste Judostadt Deutschlands

„Gerade die Ehemaligen sind diejenigen, zu denen wir heraufschauen und versuchen ähnliche oder gleiche Ziele zu erreichen. Sie haben uns gezeigt, wie es geht. Ich sage nur:
1979 erster deutscher WM-Titel Detlef Ultsch und 1983 Wiederholung, 1980 erster deutscher Olympiasieger Dietmar Lorenz  und 1983 Andreas Preschel, Weltmeister.“ (2.v.l. D. Ultsch)

Insgesamt hat Judoberlin bis heute einen Olympiasieg, drei WM-Titel und 25 EM-Titel sowie zahlreiche Medaillen der Erwachsenen zu Buche stehen. Die Anzahl internationaler Titel im Nachwuchsbereich sind noch höher. Laura Vargas Koch (EBJC) erkämpfte mit Bronze in Rio de Janeiro 2016 die letzte Olympiamedaille.

Seit Jahren arbeiten Landesstützpunkt, Bundesstützpunkt und Olympiastützpunkt eng zusammen. Hier gilt mein Dank den Stützpunkttrainern und Lehrertrainern des SLZB.

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei allen ehemaligen Kadersportlern des JVB für ihre Aufopferung und ihren Leistungswillen bedanken. Namen wie Franziska Konitz, Tino Bierau, Michael Pinske, Nico Kanning, Martin Schmidt, Marcel Jamet, Christian Ultsch, Sven Maresch, Johanna Müller, Iljana Marzok und Caroline Weiß stehen stellvertretend für alle. DANKE! 

Judostadt Berlin ist Anziehungspunkt nationaler und internationaler Judoka

Berlin war und ist für in- und ausländische Judoka eine sehr anziehende Stadt. Nach dem Zusammenschluss der beiden Verbände Ost und West etablierte sich in Berlin die Internationale Deutsche Einzelmeisterschaft (IDEM) des SCB (heute European Cup Junioren) und ein wenig später die IDEM U 17 (heute European Cup Cadets). Viele Starter*Innen von diesen Turnieren nahmen später an Europa-, Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen teil und konnten so manche Medaille erkämpfen.

Auch unser Bundstützpunkt im Sportforum Hohenschönhausen zieht neben den eigenen Kadern auch immer wieder Athletinnen und Athleten anderer Bundesländer an. Aktuell trainieren hier mit Annika Würfel (VfK Bau Rostock), Renée Lucht (HT 16), Viktoria Folger (SF Kladow), Losseni Kone (SC Alstertal-Langenhorn), Lasse Schriever (T.H.-Eilbeck) und Vladimir Stark (KK Karow) Athletinnen und Athleten, die darauf hintrainieren bei Olympia auf der Matte zu stehen.
Den Grundstein zu all diesen Leistungen legen die Vereinstrainer. Vereinstrainer wie Stephan Steigmann, Kalle Schwabe, Andreas Polle, Maik Liedtke, Uwe Schwesig, Dirk Balke u.a. prägten in den letzten Jahrzehnten das Berliner Judo … um nur einige zu nennen.

Kata – ein Schwergewicht in Berlin

Neben den leistungssportlichen Erfolgen ging ein großer Dank an Astrid Machulik, die KATA zu einem starken Thema in Berlin gemacht hat. Zahlreiche Lehrgänge mit japanischen Großmeistern ziehen Judoka aus ganz Deutschland und allen fünf Kontinenten an und erfreut sich großer Beliebtheit.
Davon ausgehend haben sich auch mit Leonardo Tetzeli von Rosador und Udo Tietz Berliner Judoka für das Kata-Nationalteam empfohlen.

Berliner Kampfrichter erfüllen höchste internationale Ansprüche

Im Kampfrichterwesen ist eine stabile Struktur geschaffen, welche durch kontinuierliche Aus- und Fortbildung von Kampfrichtern geprägt ist. Die hohe Leistungsdichte in diesem Bereich beweisen die zahlreichen Einsätze Berliner Kolleginnen und Kollegen bei Top Events, wie den Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen, dem Bundesligafinale bei den Männern und Frauen, European Cups, Internationalen Meisterschaften aller Altersklassen bis hin zu Katharina Marzoks Einsätzen im Rahmen der IJF-World-Tour.
Der Höhepunkt diesen Jahres ist die Nominierung von Katharina Marzok zu den Paralympischen Spielen in Paris.

Judoberlin im Wandel

Judoberlin ist im Wandel. Viele neue Judo-Verrückte übernahmen Ämter von den jahrelang amtierenden Ehrenamtlichen. An dieser Stelle möchte ich ALLEN ehemaligen Funktionären als auch Neugewählten herzlich danken! Denn nur durch euch ist Berlin, was es ist!

So ist das Präsidium 2019 mit Enrico Günther sowie mir und 2020 mit Donald Schmidt als Schatzmeister, sowie Jakob Spiegel und Wissem Kordi ab 2023 erneuert worden.

„An dieser Stelle bitte ich um einen großen Applaus für Johannes Meißner, der über 22 Jahre den JVB führte und nun unser 1.Ehrenpräsident des JVB ist sowie Andreas Härtig, der gefühlt jahrzehntelang die Geschicke des JVB in der Hand hielt.

Aber auch in anderen Bereichen weht ein neuer Wind: im Lehrwesen engagiert sich Patrick Stix enorm mit neuen Wegen.

Unsere VISION

Aktuell gibt es in unserem Landesverband 75 Vereine. Seit vielen Jahren sind auch die Sektionen Kendo und Kyudo ein fester Bestandteil in unserem Landesverband. Im 75. Jahr seines Bestehens konnte der JVB mit 10.133 Mitgliedern erstmals eine fünfstellige Meldung verzeichnen. Dafür gebührt ein großes Dankeschön an alle Vereinsvertreter. Eine stabile und wachsende Mitgliederzahl ist eine wichtige Grundlage für die weitere erfolgreiche Entwicklung unseres Verbandes und die durch ihn repräsentierten Sportarten.

Und was haben wir vor? Unsere Vision sieht noch mehr Professionalisierung und Hauptamtlichkeit vor, welche Strukturen schafft, um Judo an jede Schule zu bringen, so dass jeder BERLINER einmal im Leben Judo gemacht hat. Diese Maßnahmen können zu einem spürbaren Mitgliederwachstum führen und als langfristiges Ziel am Ende auch einen eigenen Judokomplex in Berlin bedeuten. „Lasst uns ALLE  das 75-jährige Bestehen des JVB feiern und gemeinsam Gedanken und Erfahrungen austauschen.“

Grußansprachen aus Sport und Politik

Franziska Becker, Staatssekretärin für Sport

In ihrem Grußwort gratulierte die Staatssekretärin dem Judo-Verband Berlin e.V. zu  seinem 75-jährigen Jubiläum. Sie würdigte die Leistungen und Erfolge der Sportlerinnen und Sportler. Judo verkörpert ein Wertesystem, ist vielseitig und repräsentiert Rituale und Prinzipien. Der Judo-Verband Berlin e.V. ist mit seinen 75 Vereinen und über 10 000 Mitgliedern eine feste Größe im sportlichen Leben von Berlin. Dem gebührt Anerkennung und Dank.

Thomas Härtel, Präsident des LSB Berlin

Thomas Härtel überbrachte die Glückwünsche zu 75 Jahren JVB. Das geht einher mit den 75 Jahren Landessportbund Berlin. Dabei betonte er die gute Zusammenarbeit zwischen dem JVB und LSB bei der Suche nach konstruktiven Lösungen. Der JVB gehört zu den ersten Verbänden die ein Kinderschutzkonzept erarbeitet haben und sich somit für das Kinderschutzsiegel qualifiziert haben.
Das Erreichte ist eine gute Grundlage für weitere gemeinsame Projekte.

Als kleines Dankeschön überreichte er ein Geschenk und einen Scheck für die Jugendarbeit.

Dr. Gesine Lötzsch, Mitglied des Bundestages

In ihren Grußworten würdigt sie einmal mehr das ehrenamtliche Engagement als eine wesentliche Grundlage für die vielen Erfolge in der Vergangenheit und Garant für eine weitere erfolgreiche Entwicklung des Verbandes.
Sie möchte sich als Mitglied des Haushaltausschusses dafür einsetzen, dass mehr Mittel für den Sport zur Verfügung stehen.

75 ist ein tolles Alter – und alle sind fit.

Thomas Schynol, Präsident des DJB

Thomas Schynol überbrachte die Grüße des Präsidiums des DJB. Ein ganz besonderer Dank ging an den JVB und die Vereine für ihr Engagement bei der Organisation und Durchführung der European Cups der Kadetten und Junioren. Damit ist Berlin ein Aushängeschild für den Judosport in Deutschland. Ein großes Dankeschön an den Verband und seine Vereine, die gemeinsam zwei Großveranstaltungen diesen Formates über solch einen langen Zeitraum absichern konnten.
Ein Dankeschön ging auch an Thomas Jüttner, der sich als Vizepräsiden des DJB für die Entwicklung des Judospots in ganz Deutschland einsetzt.

Holm Kolota Präsident des Judo-Verband Mecklenburg-Vorpommern

Holm Kolota überbrachte die Glückwünsche und Grüße des Präsidiums und Geschäftsführers Ralf Wilke. Dabei bedankte er sich für die vielseitige Unterstützung. Das betrifft besonders das Kampfrichterwesen, wo die Berliner Kampfrichter immer wieder helfen, um Veranstaltungen im Norden abzusichern, so wie gerade die Landesmeisterschaften.
Holm überreichte dem Präsidenten des JVB eine Erinnerungsplakette aus Glas.

Nach den ganzen Reden erfolgte die Ehrung verdienstvoller Judoka und Funktionäre. Der Auszeichnung von Torsten Perner mit der Verleihung des 7. Dan folgten die Ehrungen von Lorenz Moor, Paul Erik Krankowsky, Erik Siegmund und Annika Strobach (alle PSV Olympia Berlin e.V)  mit der Ehrennadel des JVB in Bronze. Allen vier Ausgezeichneten ist eigen, dass sie sich als SportlerIn, TrainerIn oder FunktionärIn für den Judosport im Verein und Verband verdient gemacht haben.

Ein weiterer Höhepunkt war die Verabschiedung von Renée Lucht und Katharina Marzok zu den Olympischen Spielen. Unter großen Beifall erhielten beide einen Glückstaler, eine Medaille “75 Jahre JVB”, als Talisman für Paris.

Unterhaltung für ALEE

Das Sommerfest bot Unterhaltung für jedes Alter. Hüpfburgen, Kistenklettern, Ringewerfen, Büchsenwerfen, „Hau den Lukas“  für Kinder und für Erwachsene boten Gelegenheiten für vielseitige Betätigungen. Eine Tombola ließ den einen oder anderen strahlen. Die Firmen Ippon Gear und Berliner Volksbank haben hierfür die tollen Preise gestellt. Ein großer Dank geht auch an den LSB, der uns mit dem Bewegungsmobil unterstützte.

Udo Tietz und Leonardo Tetzeli von Rosador gaben einen Einblick in ihr Können mit der Demonstration der Katame No Kata. Die Vertreter der Sektion Kyudo (japanisches Bogenschießen) gaben spannende Einblicke in ihre Sportart.

Kulturell sorgten Livemusik von Judoka für Judoka (Martin Metzner & Torsten Kachel) und „Buddy Butcher“ reichlich für Unterhaltung.

Renée Lucht, Teilnehmerin der Olympischen Spiele in Paris, signierte Autogrammkarten.

Auch für das leibliche Wohl war reichlich gesorgt. Neben kühlem Eis und leckerem Popcorn gab es herzhaft Gegrilltes und Getränke für Jedermann.

Der Präsident Thomas Jüttner bedankt sich ganz besonders bei Jakob Spiegel, der für die Vorbereitung und Durchführung des Sommerfestes verantwortlich war. Gemeinsam mit den Helfern und Verantwortlichen vor Ort war es ein sehr schönes und dem Anlass würdiges Fest. 
Die Organisatoren hatten auch das entsprechende Wetter bestellt, so dass wir bis gegen 16:30 Uhr bei schönstem Sonnenschein feiern konnten. Ein Regenschauer brachte anschließend ein wenig Abkühlung, für unser Fest jedoch keinen Abbruch. Rockmusik sorgte für weitere Unterhaltung.

Ein paar Impressionen vom Sommerfest (Fotos: Sven Borowiak / Falk Scherf)