Freitag, Juni 21, 2024
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Hendrik Haase – vom Kämpfer zum EJU Sports Commissioner

Hendrik Haase ist seit dem letzten Jahr in der Europäischen Judo Union (EJU) als Sports Commissioner tätig und vertritt damit den Deutschen Judo Bund und die Berliner Judofamilie.
Wir möchten hiermit Hendrik und seine Entwicklung bis hierher vorstellen.

Offensichtlich hat er das Judo-Gen vererbt bekommen „Judo liegt mir einfach im Blut. Der Großteil meiner Familie hat Judo gemacht und ohne Judo würde es mich heute nicht geben. Meine Eltern haben sich beim Training kennengelernt.“
Nach Turnen, Schwimmen, Leichtathletik und  Skisport begann Hendrik 2001, als Siebenjähriger,  beim KK Karow e.V. mit dem Judo. Mit vierzehn Jahren ging die leistungssportliche Laufbahn weiter auf der Sportschule, dem heutigen Schul- und Leistungssportzentrum Berlin (SLZB).
“In der Zeit habe ich die European Cups (EC), so auch in Berlin, aus der Sicht der Kämpfer kennen gelernt.”
Von 2010 bis 2014 gehörte er zu den Kämpfern bei den EC’s in Berlin. Seine beste Platzierung war ein neunter Platz 2012 beim EC u21. 
Mit zwei Bronzemedaillen  bei European Cups und dem dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften der Männer bis 100 kg war das Jahr 2013 sein sportlich erfolgreichstes Jahr.
Auch nach dem Ende der leistungssportlichen Laufbahn 2014 blieb er dem Judosport treu. 
„Ich habe meine Kampfrichterlizenz , Landes-A Lizenz und meine Trainerlizenz-C Breitensport gemacht. Des weiteren habe ich mich auch bei der Organisation der Europacups in Berlin beteiligt. Damit lernte ich den Judosport wieder von  anderen Seiten kennen und schätzen.“
So wie es scheint, tritt Hendrik in die Spuren seiner Eltern, denn auch er lernte seine jetzige Frau durchs Judo kennen. „Somit ist für mich einfach klar: Judo ist ein Teil von mir und wird dies auch immer sein.“
Mit Ehrenämter kann man seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten. Was machst du beruflich?
„Ich arbeite als Fachverkäufer im Baumarkt und studiere nebenberuflich Maschinenbau.“
Was war Deine Rolle bei den Berliner Europacups in den letzten Jahren?
„In den letzten Jahren war ich beim Europacup erst in der Leitung der Bereiche Judogi-Kontrolle, Wiegen und Auslosung tätig. Dann übernahm ich die Assistenz der sportlichen Leitung während des Wettkampftages. Seit dem EC  2019 habe ich die Leitung des EC u 18 inne. Weiterhin unterstützte ich die Organisation des EC u21.“
Hast Du eine besondere Erinnerung an den Berliner Europacup?
“Das ist eine Frage, auf die es nicht nur eine Antwort gibt. Als Kind habe ich mit meiner Familie die Kämpfe der IDEM, dem Vorgänger des European Cups, an gesehen. Es war schon beeindruckend, was die Kämpfer und Kämpferinnen  von allen Kontinenten geboten haben. Schließlich gehörte ich auch einmal zu den Kämpfern auf diesem Event. Von 2010 bis 2013 kämpfte ich zuerst in der u18 dann bei den Junioren selber mit. Vor dem heimischen Publikum, der Familie und den Freunden zu kämpfen war für mich immer ein besonderes Ereignis.
Wenn ich nicht gekämpft habe, unterstützte ich die Veranstaltungen als Helfer beim Mattenauf- und Abbau. Insofern habe ich über die Jahre jeden Job gemacht, den es bei solch einen Event gibt und damit allen Seiten kennengelernt.“
Was hat Dich bewogen die Leitung der Organisation eines solchen Events zu übernehmen?
“Mit dem Rücktritt des Leiters der Organisation 2018. wurde ich angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, diese Funktion zu übernehmen.
Nach einigen Überlegungen und dem Wissen, das mir ein erfahrenes Team zur Seite steht, habe ich mich der Aufgabe gestellt. Dabei wollte ich auch meine eigenen Ideen einbringen, um das ein oder andere besser zu machen. Die EC‘s waren für mich immer etwas besonderes und ich wollte den nachfolgenden Generationen solche Erinnerungen ermöglichen. Das war eine starke Motivation für mich, dies Aufgabe zu übernehmen. Dabei konnte ich auf meinen praktischen Erfahrungen und Kenntnisse der verschiedenen Aufgabengebiete zurückgreifen. Ich mußte aber auch viel dazu lernen, z.B. Verträge auszuhandeln, abzuschließen und alle Bereiche miteinander zu koordinieren.
Hier standen und stehen mir  erfahrene Mitstreiter zur Seite, wie z. B. Thomas Jüttner, Hans Gach, Frank Wendland, Daniel Wernicke und Katharina Marzok.“ 
Nun bist du EJU Sport Commissioner, was bedeutet das?
„Als Sports Commissioner fahre ich im Auftrag der EJU zu Veranstaltungen in ganz Europa und helfe dabei, diese nach den Anforderungen der EJU auszurichten.  Für die Ausrichter bin ich ein möglicher Ansprechpartner für die Klärung von Fragen und Probleme bei der Organisation der Veranstaltung.
Des weiteren helfe ich der EJU die Bewertungskriterien für die Veranstaltung zu überprüfen. Diese Funktion erfordert es auch an Fortbildungen und Tagungen der EJU. teilzunehmen.
All das hilft mir natürlich bei der Organisation unserer EC‘s. Ich bin immer auf dem neuesten Stand und kann dies mit einbringen.“
Wie bist du zu dieser Funktion gekommen?

“Die EJU war auf der Suche nach fähigen Personen, die ihr Team von Sports Commissionern unterstützen. Der Vize-Präsident der EJU, Otto Kneitinger, hat den DJB angesprochen und in dem Zusammenhang  wurde ich vorgeschlagen. Auf Grund meiner Erfahrungen bei der Organisation des Berliner EC’s wurde meine Bewerbung angenommen.
Es ist ein zusätzliche Aufgabe. Der Kontakt und den Erfahrungsaustausch mit den anderen Sports Commissioner bringt für die Organisation unserer eigenen Veranstaltungen neue Impulse und Lösungswege für bestehende Probleme.“
Aktuell steht nach einer langen Pause der European Junior Cup am 29./30. Juli 2023 an.
Wie steht es um die Berliner Europacups?
„Die Planung und Organisation des Berliner Europacups ist im vollen Gange sind jetzt in der absolut heißen Phase, eine Woche vor dem ersten Hajime. Meldungen von 318 Kämpfer*Innen aus 29 Ländern sind eingegangen und die Organisation ist in Ihren letzten Zügen. Wir haben noch einiges zu tun, doch mein Team ist gut vorbereitet und wir werden einen großartigen Wettkampf abliefern. Ich kann den European Judo Junior Cup Berlin 2023 kaum noch erwarten.“
Wie meisterst du die Vielzahl von der Aufgaben -Arbeiten, Studium, Funktion in der EJU, Organisator des EC und jetzt noch die Familie?
„Wie man das unter einer Hut bekommt? Die Frage stelle ich mir auch häufig! Es ist eine Menge Arbeit, die ich nur meistern kann dank der Unterstützung meines Teams, des Judoverbands und ganz besonders auch durch meine Frau. Private Dinge rücken dabei in die zweite Reihe. Mit meiner Funktion in der EJU bin ich so manches Wochenende auf internationalem Terrain unterwegs. Zusammen mit der Organisation des eigenen EC’s  kommt man schon mal an seine Grenzen. All das erfordert ein strenges Zeitmanagement und viel Disziplin. Für mich bedeutet das momentan wenig Schlaf und andererseits die verfügbare Zeit möglichst gut zu nutzen. Sicher habe ich hier noch so manche Reserven.“
Ich bedanke mich bei Hendrik, dass er uns Einblicke in seine Entwicklung vom Kämpfer zum Organisator von sportlichen Großveranstaltungen gegeben hat. Wir wünschen ihm mit seinem  Organisations- und Helferteam viel Erfolg bei der Durchführung des bevorstehenden European Junior Cup in Berlin, sowie in seiner Funktion als EJU Sport Commissioner. (Iljana Marzok / Falk Scherf)