Freitag, Juni 21, 2024
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Wir stellen vor: Hauptstadtvereine

Berlin ein Judo-Mekka seit über 50 Jahren und heute?

Keine Stadt in Deutschland hat soviel Judo-Weltklasse hervorgebracht wie Berlin – ob getrennt oder seit 26 Jahren vereint. Der erste Deutsche Mannschaftsmeister kommt aus Berlin genauso wie der erste Olympiasieger und der erste Weltmeister sowie die erste deutsche WM-Medaillengewinnerin. Dafür stehen die Namen: VfL Tegel, Dietmar Hötger (1972), Dietmar Lorenz (1980), Detlef Ultsch (1979) und Christiane Kieburg (1980). Der Polizei SV war dreimal Deutscher Meister. 1983 wurde Ultsch zum zweiten Male Weltbester, sein Klubkamerad Andreas Preschel zum ersten Male. Christiane Kieburg, Herbert Niemann und Dietmar Lorenz sind viermal Einzel-Europameister geworden. Peter Herrmamn, erster Berliner WM-Medaillengewinner, schaffte es gleichfalls zu viermal EM-Gold (Einzel und Mannschaft). Jana Perlberg war aus Berlin die letzte deutsche Europameisterin im Extra-Leichtgewicht. Dazu kommen weitere Europameister und Olympia- und WM-Medaillengewinner früherer Jahre. Der SC Berlin war auch der letzte deutsche Europapokalsieger der Männer ohne Gaststarter. Alles das ist Jahrzehnte her.

Und heute? Jüngstes Beispiele sind das WM-Silber (2013) und Olympia-Bronze (2016) von Laura Vargas Koch. Die letzte Männer-Olympiamedaille gab es für Berlin 1996 durch Frank Möller. Mit Carolin Weiß, Johanna Müller  und Martin Setz gibt es derzeit nur drei potenzielle Nationalkader, nachdem Franziska Konitz und Iljana Marzok aus Verletzungsgründen und Sven Maresch Abschied nahmen. Der Nachwuchs bleibt spätestens bei den Deutschen Meisterschaften im Gespräch. Berlin ist auch in keiner der Bundesligen mehr vertreten. Das ist zu wenig bei großem Aufwand, der auch vom Breitensport aus den Vereinen mit getragen wird.

Das ist insofern unbefriedigend, weil unser Landesverband ja in aller Welt auch bekannt ist als vorbildlicher Wettkampf-Organisator. Waren es vor der Jahrtausendwende Europameisterschaften, sind es jetzt seit 25 Jahren Internationale Deutsche Meisterschaften bzw. Europacups der Jugend und Junioren. Der Kreis der Vereine, die daran besondere Anteile haben, lässt sich an zwei Händen abzählen. Das war so und ist es geblieben. Eine richtige Judofamilie mit mittlerweile ca. 90 Vereinen der Stadt ist es nach wie vor nicht. Wir möchten mit der Vorstellung der Vereine anregen, dass es nicht nur um Training und Wettkampf allein geht, sondern auch um echtes Vereinsleben, wo sich die Mitglieder wohl fühlen und vor allem möglichst lange bleiben. Was wird getan, dass die Mitgliederzahlen nicht zurück gehen, sondern zunehmen? Wie werden die Talente so gefördert, dass sie in den Grundlagen so ausgebildet sind, um den hohen Ansprüchen des Leistungszentrums zu entsprechen, dort trainieren und lernen und dennoch den Kontakt zum Verein nicht verlieren?

Hierum geht es bei der Vorstellung der Vereine. Da sind die Erfahrungen gefragt, da sollte auch kein Blatt vor den Mund genommen werden. Es geht um Judo in Berlin!

Vorgestellte Vereine:

 

 
Redaktioneller Kommentar
des Präsidiums zum
Beitrag des JC03